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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

einer schwarzen Blende prangt der Markenname in silbrigen Lettern. Mit erhabenen Buchstaben und unterstrichen, wie es sich für ein Spitzen- modell gehört. Den Scheinwerfern haben die De- signer drinnen im Gehäuse eine Chromspange spendiert. Die Blinker ähneln aufmerksam hoch- gezogenen Augenbrauen, sie halten Abstand zu den Scheinwerfern, sind über eine Leiste ver- bunden. Die Top-Class schaut freundlich und mit festem Blick drein, selbstbewusst. „Soll sie auch“, bestätigt Lenz die Chefrolle der Baureihe. „Von der Seite ist die Top-Class eher zurückhal- tend“, betont Lenz den Unterschied zur expres- siv-dynamischen Comfort-Class. Das bestim- mende Merkmal der Top-Class heißt wieder La Linea, schon in der Erstauflage der Top-Class vor zwölf Jahren eine geniale Idee. Die schwungvol- le Aluminiumleiste ist Synonym für die Spitzen- baureihe und fand weltweit Nachahmer. Lenz und seine Kollegen haben das Origi- nal weiterentwickelt: Der vordere Aufschwung wirkt lässig skizziert, ist beim Übergang zur Ge- raden unterbrochen. Hinten mündet die Leiste wie eine Fackel in der Positionsleuchte, harmo- nisch unterbrochen von der nach vorne geboge- nen Ecksäule. La Linea besteht nun aus massi- vem Aluminium, kraftvoll und hochwertig. Der Abschwung vorn verläuft auf dem Glas, „das passt zu jeder Lackierung“, so Lenz. Im Unter- schied zu den vielen Nachahmern hat La Linea nicht nur Form, sondern Funktion, deckt entlang des Dachs die Setra-Querstrombelüftung ab. Weitere feine Details machen den Unterschied. Da wären Radkappen mit einem Zierring aus Chrom – man darf sich dezent an Weißwandrei- fen erinnert fühlen. Neu sind auch keilförmige Lüftungsgitter nach den Hinterachsen. Mit etwas Abstand wird die Harmonie der Linien deutlich: La Linea mündet vorne in den Schein- werfern, die wiederum in den Stoßfänger über- gehen. Auf die Weise rahmt sie den Bus ein. „La Linea umschließt das Fahrzeug schützend“, er- klärt Lenz und weist auf historische Bezüge hin: „Die dunkle Frontblende erinnert an die Baurei- he 300, die Seite an die Baureihe 400. Das Heck ist neu.“ Hier spendiert Setra eine kräftige Pla- kette als Spiegelbild zur Front, auch eine ande- re Motorklappe. Zwei Lüftungsgitter – das lin- ke ist Attrappe – markieren den Unterschied zur Comfort-Class. Ebenso eine breite umlaufende Sicke. „Die Klappe wirkt wie ein Schild, die Öff- nungen wie Herzklappen“, interpretiert Daim- ler-Designer Lenz – darauf muss man kommen. „Weg von der Flächigkeit, hin zur Skulptur“, ist Lenz wichtig. Die Rückleuchten stammen aus der Comfort-Class, tragen aber zusätzliche Ele- mente mit Rückstrahlern. Und dann wären da auf halber Höhe angedeutete Heckflossen als Abrisskante. „Da gucken die Muskeln raus“, übersetzt Mathias Lenz. Das Design beschränkt sich nicht auf die Ver- packung. Die Einstiegstreppe aus gewölbten Stu- fen schwingt in den Bus hinein. Die Handläu- fe haben eigene Formen und Farben, auch trägt der Einstieg etwas Schmuck. Drinnen ist das Lichtkonzept entscheidend für den Raumein- druck. Da wäre vorn die luftige Dachkuppel. Und vor allem das fast ein Meter breite Glasdach über dem Fahrgastraum – unverzichtbares Ex- tra für ein faszinierendes Raumgefühl. Wer da- rauf verzichtet, erhält eine Stoffverkleidung à la Comfort-Class. Aber: „Erst mit Glasdach ist die neue Top-Class vollständig“, bestätigt Lenz und schlägt einen Bogen zu den lichtdurchflu- teten Klassikern der 50er-Jahre. Damit nicht genug. Oberhalb der Gepäckab- lagen verlaufen Lichtkanäle mit LED-Lichtleis- ten. Seitlich schimmert die Ambientebeleuch- tung, spiegelt sich sanft in den Scheiben. Und die breite, beleuchtete Umrandung der Service- Sets ist mit metallischen Wellenlinien durchsetzt, das ergibt eine dezente Lichtstimmung. Bei der Entwicklung haben sich die Designer nicht auf ihr Gefühl verlassen, sondern mit einem Licht- institut zusammengearbeitet. Statt Kunststoff verbindet mit Ziernähten abgestepptes dunk- les Leder die Service-Sets. Das unterstreicht den Manufaktur-Charakter. Alles zusammen ergibt „gehobenes Pkw-Niveau“, so Lenz. Der Designer vergleicht die feine neue Top- Class mit einem iPad: „Man braucht sie nicht un- bedingt, aber man will sie haben. Und kann den Kunden mit ihr etwas Besonderes bieten.“ Der Setra guckt dazu selbstbewusst mit seinem Ich- weiß-wer-ich-bin-Blick. Täuscht es, oder zwin- kert er freundlich mit dem Scheinwerfer? ■ Aufschwung wie skizziert: Stilmerkmal namens La Linea nun aus massivem Aluminium. Wege zur neuen Top-Class: Das Design hat Setra im Verlauf des Jahres 2010 schrittweise entwickelt. Das Cockpit ist in der Top- Class kein notwendiges Übel, es kombiniert eben- falls Form und Funktion. Abschluss wie eine Fackel: La Linea mündet in der Positionsleuchte, darunter die Ecksäule. lastauto omnibus 10/2013

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