eine Stufe vor dem Mittelgang, einen Fußboden gut einen Meter über der Fahrbahn und im Kel- lergeschoss einen üppigen Gepäckraum mit 6,4 Kubikmeter Volumen. Dessen Klappen passen in der Höhe perfekt. Auch die Motorklappe ist über die ganze Baureihe hinweg identisch. Auf die Abgasstufe Euro 6 weisen äußerlich neben dem neuen Heckabschluss nur die Lüftungsgit- ter hin. Wie beim Reisebus nimmt der Kühler rechts hinter einer Schottwand Platz, gibt es lin- ker Hand unter dem Lufteinlass für den Motor noch Gitter zur Be- und Entlüftung der Chemie- fabrik, der ausladenden Abgasanlage für Euro 6. Vorne trägt der H-Wagen grundsätzlich die strenge, steile Stirn der Überlandmodelle. Die Optik ei- nes Kastenbrots kann man ihm ankreiden, aus- gerechnet die reisetauglichste Multiclass ist nicht mit Reisebusgesicht zu haben. Die einfacheren Geschwister dagegen dürfen gegen Aufpreis da- mit glänzen. Ein Fauxpas, vermutlich will Set- ra die GT-Modelle der bisherigen Comfort-Class mit gleicher Bodenhöhe vor interner Konkurrenz schützen. Da sich aber deren Ära mit Euro 6 dem Ende nähert, wäre es Zeit für ein Auslaufen der Schutzklausel und eine äußere Aufwertung des H. Und dann bitte gleich ohne die dicken, altba- ckenen Trauerränder der Gummis rund um die Scheibe. Da ist die Comfort-Class 400 als Spen- der des Bugteils bereits seit Jahren weiter. Steile Multiclass-Frontpartie heißt auch Mul- ticlass-Cockpit. Es ist bekanntlich eher körper- nah geschnitten. Falls es zu stramm sitzt, hilft die Setra-Flexibilität: Auf Sonderwunsch lassen sich sogar steile Scheibe und Reisebus-Cockpit kom- binieren. Beim Testwagen drängte sich auf der Fahrerseite zusätzlich eine Podestverlängerung nach vorn. Was die Fahrgäste freut, stört lang- beinige Fahrer, ihnen fehlen wertvolle Zentime- ter bei der Sitzverstellung. Und nett wär’s, falls sich die Gelegenheit ergibt, die vielen Schalter auf der linken Seite frisch aufzuräumen. Die Fahrgäste nehmen im H-Wagen auf den hauseigenen Reisebussitzen der Route-Klasse Platz. Sie sind fest gepolstert, geben Seitenhalt, haben eine schwenkbare Armlehne. Zugunsten der Stehplätze ist die seitliche Verstellung blo- ckiert. Nun, es soll Leute geben, die dies ändern, wenn auch nicht legal. Dank des angehobenen Bodens mitsamt der Podeste stören im H-Mo- dell vorn keine Radkästen, hinten sind sie bei Setra ohnehin geschickt überbaut. Die Grenzen des Konzepts spüren Stehplatz- Fahrgäste: Zwei Meter Innenhöhe sind im Li nienbetrieb nicht üppig, da streift das Haupt von Setra Multiclass H: gefällige, aber strenge Optik mit steiler Windschutzscheibe – der Bug der Reisebusse wäre hübscher. Fahrzeuge | Setra Multiclass S 415 H Euro 6 [ 55 ]