unangenehm durch sein Geräusch auf – muss die Wasserspülung des Retarders so laut aufheulen? Vielleicht fällt der Verzögerer deshalb unan- genehm auf, weil der Mercedes von Hause aus zu den Leisetretern gehört. Trotz knapp 1.600 Umdrehungen bei Tempo 100 flüstert er im Heck dank des gedämpft arbeitenden Motors mit nur 68 dB(A). Damit liegt er auf Reisebusniveau und fährt deutlich dezenter als das bisherige Modell. Und vorn halten sich trotz der steilen Linienbus- scheibe die Windgeräusche in Grenzen, macht ebenfalls 68 dB(A). Wer nicht im Schwarzwald, sondern in der norddeutschen Tiefebene herumrutscht, wählt zu dieser Motor-Getriebe-Kombination vielleicht eine längere Achsübersetzung. Oder greift zur schwächeren Motorausführung mit 220 kW (299 PS) Leistung und 1.200 Nm Drehmoment. Wie auch immer: Mercedes verspricht einen spürbar niedrigeren Dieselverbrauch, erheblich weniger Adblue-Konsum sowie lange Wartungsinterval- le von 90.000 Kilometern. Hinzu kommt neu je- doch der Service für den zusätzlichen Partikel- filter nach 240.000 Kilometern oder zwei Jahren. Das automatisier- te Getriebe arbeitet vorbildlich. Nur seine Bedienung ist von gestern. Der stehende Motor verlangt nach mehr Höhe als der liegen- de Vorgänger. Kühler nun rechter Hand. Im neu gestalteten Heck des Mercedes Integro steckt der Motor hinter einer Klappe aus Kunststoff mit Aluminium-Rahmen. Schlankes Cockpit nach Maß, Tasten links etwas willkürlich verteilt. lastauto omnibus 6/2013 [ 62 ] Fahrzeuge | Mercedes Integro