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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

Kraft aus dem KellerAntrieb: Ein Muskelprotz steckt im Heck, davor ein feinfühliges automatisiertes Getriebe, der Antriebsstrang hat Augen und ein Fahrlehrer fährt im Cockpit mit. D as doppelte Lüftungsgitter auf der Motor- klappe zeigt es dem Kenner: Hier fährt ein Setra mit dickem Bizeps. Im Heck steckt der kraftvolle Reihensechszylinder Mercedes OM 471 der neuen Generation Bluetec 6. Er holt aus 12,8 Liter Hubraum ganz nach Wunsch 350 kW (476 PS) oder sogar 375 kW (510 PS). Wich- tiger als die Spitzenleistung ist die Zugkraft von 2.300 und 2.500 Nm Drehmoment. Ganz im Sinne der alten Fußballerweisheit liegt die Wahrheit auf dem Platz und hier auf der Straße. Schon bei weni- ger als 1.000 Touren schiebt die Maschine mächtig an, hat im mittleren Dreh- zahlbereich Biss. Die Freunde des abgelösten V8 sollten sich hinters Steuer setzen: Der V8 klang nur stark, dieser Reihensechszylinder ist es. Kra- wall hat das Triebwerk nicht nötig. Dank Com- mon-Rail-Einspritzung ist der Sound turbinen- artig und gleichmäßig, die Fahrgäste im Heck der Top-Class wird’s besonders freuen. Der wuchtige Motor wiegt über eine Tonne, den Dreiachser juckt das nicht. Das solide Stück Eisen verspricht üppige Wartungsintervalle und ein langes Leben. Premi- ere feierte der Sechszy- linder im Jahr 2011 im Mercedes Actros. Das rundum erneuer- te Powershift-Getriebe mit acht Gängen kennen manche Fahrer schon aus der neuen Comfort-Class. Es erledigt seinen Job noch besser als die Vorgängerausführung: Nie schaltete ein Omnibusgetriebe schneller und zugleich weicher. Da kann man sich ruhig ei- ne lange Achse gönnen und auf der Landstraße oder an steilen Autobahnbergen den Schaltvor- gängen entspannt entgegensehen: Wechsel von acht auf sieben und umgekehrt bemerken Auf- merksame nur anhand der wechselnden Dreh- zahl. Die Bedienung erfolgt per Lenkstockhebel und ist denkbar einfach. Eingriffe sind jederzeit möglich, aber selten sinnvoll. Wer will, kann ma- nuell fahren, warum auch immer. Schön ist die Rangierfunktion: Mit eingerückter Kupplung zieht der Setra sanft vorwärts wie mit einer Wandlerautomatik, der Fahrer bewegt den Bus ruckfrei per Bremspedal. Zahlreiche Helfer vom ESP bis zum feinen Notbremsassistenten sind auch an Bord. Neu ist Predictive Powertrain Control, ein vorausschau- ender Tempomat. Er erkennt per GPS, was an Steigungen, Senken und Kurven auf den ­Setra zukommt, schaltet rechtzeitig zurück und nimmt Gas weg. Ein Tempomat, der sehen kann. Ver- Text: Randolf Unruh | Fotos: jacek bilski lastauto omnibus 10/2013 [ 104 ] Spezial | Setra Top-Class 500 – Antrieb

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