Aller guten Dinge … Interview: Till Oberwörder, Vertriebs-Geschäftsführer Daimler Buses über die Top- Class und Ziele der Marke.* *mit Till Oberwörder sprach Randolf Unruh Modellprogramm: ... sind drei. Die Zahl Drei steht bei den Flaggschiffen im Mittelpunkt. Drei Superhochdecker, drei Achsen – die neue Top-Class konzentriert sich auf ein exklusives Programm. ?: Mit der Comfort-Class 500 hat Setra optisch und technisch einen enormen Schritt gemacht. Wozu sie- deln Sie darüber noch eine Top-Class 500 an? Oberwörder: Es gibt in jedem Markt das absolute High-End-Segment. Dies möchten wir bedienen und unseren Kunden, die hochwertigste Reisen anbieten, das entsprechende Fahrzeug zur Ver- fügung stellen. ?: Was kann eine Top-Class 500 mehr als eine Comfort-Class 500? Oberwörder: Von allem etwas. Alle Dinge, die für die Comfort-Class gelten, sind noch mal getoppt. Wenn man sich Design, Konzept und Ideen an- schaut, dann bietet die Top-Class überall noch eine Kleinigkeit mehr. Mit einer Top-Class de- finiert ein Kunde Leidenschaft und Passion für das Busgeschäft. Die Top-Class zeichnet ein sehr hohes Maß an Luxus aus. Aber dieser Luxus ist nicht unvernünftig, der Blick auf die Wirtschaft- lichkeit hat eine große Rolle gespielt. ?: Warum nicht eine Comfort-Class XXL: drei Ach- sen, etwas höher, großer Motor plus ein paar Aus- stattungen mehr? Oberwörder: Die Top-Class ist das Familienober- haupt, sie trägt die Marke. Die Comfort-Class ist für die breitere Anwendung im Reisebusge- schäft gedacht. Die Top-Class ist für die beson- dere Art des Reisens vorgesehen. ?: Was kostet eine Top-Class mehr als eine vergleich- bare Comfort-Class? Oberwörder: Wir haben die Top-Class so positio- niert, dass sie mit ihrem Preis in die Landschaft passt. Die Top-Class ist vernünftig. Sie vermittelt Leidenschaft, ohne dass wir darüber die Profita- bilität unserer Kunden aus dem Auge verlieren. ?: Entscheidend wird sein, dass der Fahrgast die Be- sonderheit merkt und auch bereit ist, dafür etwas mehr zu bezahlen. Oberwörder: Das wird funktionieren, denn vom Raumgefühl über das geringere Geräuschniveau bis hin zum Fahrverhalten wird an jeder Stelle noch mehr Komfort spürbar. Der kleine, aber deutliche Unterschied von der Comfort-Class zur Top-Class lohnt sich. ?: Wie groß ist das Segment der Luxusbusse, wo lag Setra bisher, was erwarten Sie für die Zukunft? Text: Randolf Unruh | Foto: Jacek Bilski A us sechs mach drei: Die neue Top-Class 500 will exklusiv auftreten und nicht als be- liebiger Alleskönner. Nur Superhochde- cker, nur Dreiachser, dies in der wichtigen Re- gion zwischen 12,5 und 14,2 Meter Länge – die Linie ist konsequent. Wenn auch nicht ohne Ri- siko: Die Setra-Spitzenbaureihe verzichtet auf Zweiachser. Doch mit gut zwölf Meter Länge hätte ein stattlicher Superhochdecker in Zeiten von Euro 6 von Hause aus ein Gewichtsproblem. Mit Problemen und Einschränkungen aber soll eine Top-Class nicht identifiziert werden, hier geht es um exklusive Omnibusse für ebenso ex- klusive Reisen. Und die Setra-Verantwortlichen rechnen: 50 Prozent Marktanteil von rund 300 Luxusbussen in Europa teilt man lieber durch nur drei Model- le als durch eine Vielzahl von Bussen. Deshalb will Setra individuelle Ausführungen lieber über Ausstattungsvielfalt anbieten. Top-Class heißt: Vier-Sterne-Sitzabstand sollte es schon sein, gern auch fünf Sterne, warum nicht. Ein ebe- ner Fußboden ist bei 2,1 Meter Innenhöhe über dem Mittelgang und 150 Millimeter hohen Po- desten ebenfalls kein Problem. Und damit wäre leicht eine Dreier-Bestuhlung machbar. Individu- alität beim Interieur ist im Hause Setra sowie- so Trumpf, ob bei Farben, Stoffen oder Ledern. Wer bisher eine Top-Class S 415 HD erwarb, der greift künftig zum Dreiachser Top-Class S 515 HDH. Scheint dieser Sprung zu groß, macht man mit der Comfort-Class S 515 HD auch nichts falsch – sie ist viel attraktiver und auch höher an- gesiedelt als das fast übertrieben sachliche Vor- gängermodell. Auch einen Clubbus à la S 411 HD verkneift sich Setra in der neuen Top-Class – der Knubbel mit der Aufdach-Klimaanlage passt nicht mehr ins Programm. Wer bei Gele- genheit einen passenden Nachfolger in der Com- fort-Class 500 vermutet, liegt sicher nicht falsch. Und dann wäre da noch der Doppeldecker, bisher in der Top-Class angesiedelt. Ob dies so bleibt, wird sich zeigen – Doppeldecker als Fernlinienbusse sind eher sachlich zu sehen, also Comfort-Class. Doppeldecker als Lounge-Bus- se wären dagegen der Top-Class zuzuordnen – der Spagat ist groß. Also Geduld, traditionell schiebt Setra seinen Doppeldecker beim Wech- sel der Baureihen mit etwa zwei Jahren Abstand hinterher – die Neukonstruktion ist aufwendig. Deshalb wird der aktuelle 431 DT zunächst auf Euro 6 getrimmt, mit neuem Motor und neuem Cockpit ist er weiterhin eine gute Wahl. Zumal sich der wichtigste nationale Wettbewerber mo- mentan eine Auszeit nimmt. ■ Modelle und Maße Typ Länge/Breite/Höhe Radstand/ Wendekreis Gepäckraum inkl. Toilette S 515 HDH 12.495/2.550/3.830 mm 5.470/19.570 mm 8,9 m³ S 516 HDH 13.325/2.550/3.830 mm 6.300/21.510 mm 11,4 m³ S 517 HDH 14.165/2.550/3.830 mm 7.140/23.480 mm 13,7 m³ lastauto omnibus 10/2013 [ 106 ] Spezial | Setra Top-Class 500 – Modellprogramm