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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

bands Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) erwirtschaften derzeit etwa 4.700 private und ­öffentliche Busunternehmen mit insgesamt 144.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 6,6 Milliarden Euro. Zwar soll der Fernlinien­verkehr dabei mit Umsätzen von unter 100 Mil­lionen Eu- ro bis jetzt noch eine unwesentliche Rolle spielen. Doch der Verband geht davon aus, dass sich bis zu 100 mittelständische Busunternehmen für den neuen Markt interessieren. Mit der Liberalisierung kommt aber auch Unsi- cherheit auf: Wer fährt ab wann wohin? Größter Fernlinienbusbetreiber in Deutschland ist bisher die Deutsche Bahn mit etwa 14.000 Bussen und 30 Fernlinien. Stärker engagieren will sich die Bahn im Fernbusmarkt aber vorerst noch nicht. Von Investitionen in einen Ausbau der Fernbus- linien nehme man vorerst Abstand. Man habe Zweifel, ob mit weiteren Fernbuslinien Geld zu verdienen sei. Auch mit Prognosen zu den ­Auswirkungen auf den Schienenverkehr hält sich die Bahn zurück. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt darüber noch nichts sagen. Zahlreiche Anträge für Fernbuslinien sind seit der Liberalisierung gestellt, weiß der Bustou- rismusverband (IBV). Man sei sich sicher, dass in Kürze eine Vielzahl von Anbietern auf dem Markt ihr Glück versuche. Einige neue Unter- nehmen fahren bereits auch schon. Beispiels­ weise Flixbus aus München. Kunden gewin- nen will der Newcomer mit WLAN und Snacks in seinen Bussen. Auch Unternehmen wie Dein-Bus.de oder Mein-Fernbus engagieren sich in dem Markt. Sie kooperieren mit mittelstän- dischen Partnern, die die Buslinien betreiben. Dein-Bus.de aus Offenbach fährt mit gelb la- ckierten Bussen. Das neue Unternehmen bietet bislang Verbindungen von Süddeutschland ins Rhein-Main-Gebiet an. Mein-Fernbus unterhält bereits acht Linien mit 30 Bussen. 30 Mitarbeiter kümmern sich derzeit um Linienplanung, Ver- marktung und Kundenservice. Von Berlin nach Leipzig fährt das Unternehmen für acht Euro, nach Frankfurt am Main für 22 Euro. Zu den bereits bestehenden Linien plant Mein-Fernbus weitere Verbindungen ab Berlin. Man will zehn zusätzliche Städte in Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland anfahren. Die deutsche Touring plant ebenfalls, ihr inner- deutsches Netz mit 35 neuen Linien in diesem Jahr auszudehnen. Noch gibt sich das Unter- nehmen allerdings zurückhaltend. Sechs Lini- en sind bereits eingerichtet. Demnächst soll es die bisherige Nachtlinie Mannheim–Hamburg auch tagsüber geben. Mit konkreten Auskünften über weitere Angebote tut sich das Unternehmen aber noch schwer. Der Grund: Auch National ­Express will sich künftig einen Teil der Fernver- bindungen sichern. National Express ist aber an der Deutschen Touring indirekt beteiligt. Man will sich nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Das Großunternehmen Veolia Verkehr will sich un- ter dem bereits eingeführten Markennamen In- ter-Connex verstärkt präsentieren. Ein konkreter Markteinstieg stehe aber noch nicht fest, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Für den Aufbau eines deutschlandweiten Streckennetzes würden verschiedene Verbindungen geprüft. Alle Alarmglocken klingeln in der Branche angesichts des geplanten Einstiegs der Deut- schen Post und des ADAC ab dem Jahr 2014. Die mittelständischen Verkehrsbetriebe befürchten, dadurch aus dem Markt gedrückt zu werden. Der Vorwurf der Verkehrsunternehmen richtet sich insbesondere darauf, dass sich mit der Post ein Konzern am Markt etablieren will, an dem der Bund beteiligt ist. BDO-Präsident Wolfgang Steinbrück: „Liberalisiert die Politik Märkte und sieht dann zu, wie ein ehemaliger Staatskonzern mitmischt, schaut der deutsche Mittelstand in die Röhre.“ ■ Rund 17 Prozent aller Fernbuskunden sind un- ter 30 Jahre alt. Veolia Verkehr will sich unter dem Namen Inter-Connex auf dem Markt präsentieren. Die Deutsche Bahn will sich vorerst nicht stärker auf dem Fernbuslinienmarkt engagieren. Mein-Fernbus betreibt bereits acht Fernlinien mit etwa 30 Bussen. lastauto omnibus 4/2013 [ 11 ] Märkte | Liberalisierter Fernbusverkehr

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