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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

zählt angesichts einer Vielzahl neuer Motoren im Zuge von Euro 6 bereits zu den älteren Semes- tern – sie geht auf frühere Reihensechs­zylinder zurück. Als günstige Kompromisslösung er- setzt der große Fünfer einen kleinen Sechszy- linder. Trotz seines etwas ungehobelten Beneh- mens – der Senior brüllt bei höheren Drehzahlen im Heck wie ein Schwerhöriger – ist der Die- sel bestens bei Kräften. Scania spendierte dem Testwagen eine durchtrainierte Ausführung mit 235 kW (320 PS) Leistung und einem deftigen Drehmoment von 1.600 Nm. Was einem Gelenkbus zur Ehre gereicht, ist im Solobus eine Wucht. Flott, aber fahrgast- freundlich sanft zieht der Scania aus der Halte- stelle, zeigt dann Biss und Stehvermögen. Er ist ein Fall für anspruchsvolle Strecken. Oder für Käufer, die auf die schwächeren Ausführungen Dank der souveränen Motorisierung ist Zeit für einen Rundumblick aus der Fahrerkabine. Der Spiegel links sitzt bewusst niedrig, stört des- halb nicht beim Abbiegen. Daneben ist als Wind- abweiser fürs breite Schiebefenster rustikal ein Metallwinkel befestigt. Rechts ist der Spiegel hoch angesetzt, die Samm- lung von Zusatzgläsern wirkt schlicht, aber funk- tionell. Drunter schließt die breite einflügelige Innenschwenktür trotz Kombination aus Bürs- ten- und Gummidichtung nicht perfekt dicht, man hört’s und sieht’s. Der Einstieg ist gut aus- geleuchtet, wegen der schlanken Tür bleibt be- quem Platz für einen Doppelsitz vor der Vor- derachse rechter Hand. Etwas lieblos steht der Feuerlöscher offen im Raum. Während das Er- scheinungsbild des Busses von draußen homo- gen wirkt, irritiert drinnen ein unruhiger Mix von langen und kurzen Fenstern. Der Fahrgastraum ist zurückhaltend möbliert, angesichts der blauen Seitenverkleidung und den komfortabel gepols- terten Sitzen der polnischen Marke Ster jedoch nicht unfreundlich. Indes ist die Brüstungshöhe so hoch, dass Fahrgäste in der vorderen Nieder- flurhälfte kaum hinausschauen können. Ohnehin fühlt man sich vorne klein, denn die gerade durchgezogene und gelochte Decke wirkt wie eine Kathedrale – das Dach ist weit entfernt. Nur konsequent also, dass Scania elektrisch be- tätigte Dachfenster einbaut. Über den Radkäs- ten nehmen links und rechts geschlossene Fä- cher Papiere und Verbandskasten auf. Zwei beleuchtete Stufen führen ins Heckab- teil, mit seiner ansteigenden Bestuhlung sehr aufgeräumt. Die leicht aus den Podesten ragen- den Radkästen stören nicht. Plus des LE ist au- ßerdem die fünfsitzige Rückbank. Nach guter skandinavischer Art gibt sich Scania viel Mü- he rund um die Heizung. Im Fahrgastraum zie- hen sich Konvektoren-Heizkörper entlang, un- terstützt von einem Heizgebläse an der Mitteltür. Der Fahrer genießt den Komfort eines eigenen Konvektors mit Gebläse-Unterstützung. Auffallend sind die stabilen Verkleidungen der Deckenkanäle, sie reichen bis kurz vor das Heck. Ohnehin verdient sich die routinierte und sau­ mit ihrer zusätzlichen Abgasrückführung ver- zichten wollen – die starke Ausführung in Euro 6 kommt ohne AGR aus, das spricht für Sparsam- keit durch gute Verbrennung des Treibstoffs. Mit dem Automatikgetriebe ZF Ecolife geht der Mo- tor eine ausgesprochen glückliche Verbindung ein. Die Schaltungen erfolgen weich und schnell, mit der hier gewählten Achsübersetzung schnürt die Maschine bei Tempo 50 im höchsten Gang mit 1.000 Touren dahin. Zu Recht traut das Ge- triebe dem kräftigen Triebwerk auch Drehzah- len unter 1.000 Touren zu. Kickdown, Eingriff per Tastatur? Vergessen. Im Citywide mit die- ser Konstellation lässt sich alles problemlos mit dem Gaspedal regeln. Als Alternative liefert Sca- nia sein automatisiertes vielstufiges Opticruise- Getriebe, Voith ist nicht im Angebot. lastauto omnibus 11/2013 Fahrzeuge | Scania Citywide LE [ 113 ]

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