mit den selten genutzten Tasten für die Dach- klappen rechts tauschen, dann stimmt’s. So fit das jüngst aktualisierte Cockpit auch wirkt, einige Details sind nicht mehr taufrisch. Zum Beispiel hat der neue Setra seinen Kollegen beim Thema Unterhaltungselektronik überholt. Die Fensterbrüstung ist etwas verbaut, die Staufä- cher in der Mittelkonsole sind klein und nur kompliziert zu öffnen. Vorbildlich sind die Au- ßenspiegel mit großem Zusatz-Weitwinkelglas. Aber Vorsicht mit dem Sonnenrollo auf der Bei- fahrerseite, es kann die Gläser rechts verdecken. Lampenwechsel und Waschwasserkontrolle be- reiten Mühe. Zugegeben, das ist Leiden auf sehr hohem Niveau. Note zwei für die Edition 1. Ganz ohne Leid geht es rund um den An- trieb zu. Das beginnt mit netten Spielereien um die neue Prozedur zum Anlassen der Maschi- ne: elektronischen Schlüssel einschieben, Star- terknopf drücken. Lustvoll beobachten, wie bei Zündung ein die Nadeln von Tacho und Dreh- zahlmesser kurz bis zum Anschlag hochschnel- len. Ein zweiter Druck auf den Starterknopf weckt den Motor. Doch vom Triebwerk ist vor- ne nichts zu bemerken, es säuselt vibrationsfrei und fast unhörbar im Hintergrund. Die Papierform des Diesels ist mit 350 kW (476 PS) Leistung und 2.300 Nm Drehmoment beachtlich, die Realität beeindruckend. Im Un- terschied zum etwas kurzatmigen früheren V8 packt der Diesel mit festem Händedruck schon unter 1.000 Touren kräftig zu. Überzeugt im mitt- leren Drehzahlbereich mit deftiger Schubkraft, dreht bei Bedarf leichtfüßig bis zur Nenndreh- zahl. Spielerisch geht die bärige Maschine mit dem gut 20 Tonnen schweren Bus um, hält sich mit turbinenartig hellem Klang dezent im Hin- tergrund. Der Klotz mit 12,8 Liter Hubraum türmt sich hoch ins Heck, verlangt nach einer kleinen Stufe im Fond und drückt aufs Gewicht – man findet ihn wohlweislich nur im Dreiach- ser. Und verdient die Note eins für die Edition 1. Verbunden ist das Triebwerk mit der neu- esten Ausführung des Powershift-Getriebes. Es portioniert die Leistung mit acht Gängen Aber Lässigkeit kommt im Travego ohnehin kaum auf, als echter Mercedes ist der Parade- bus der Marke kein Fall für Unfug am Steuer. Das beginnt schon am Fahrerplatz: geräumig, mit einem klassischen Vierspeichen-Lederlen- krad und perfekt ablesbaren Instrumenten. Die Bedienung der Funktionen in den Lenkradtas- ten ist so einfach wie möglich und die Klaviatur im Cockpit ordentlich und verwechslungssicher in Vierergruppen aufgeräumt. Eine Kleinigkeit: Ausgerechnet die Türbedienung versteckt sich hinter dem Lenkradkranz. Bitte bei Gelegenheit 1 Ein Cockpit wie aus dem Bilderbuch, üppig, schick und mit übersichtlicher Bedienung. 2 Instrumente aus dem Lehrbuch, in die Lenk- radtastatur findet man sich flott hinein. 3 Eine nette Spielerei ist die Prozedur mit Start- Stopp-Knopf und elektronischem Schlüssel. 4 Die Bedienung des Getriebes erschließt sich auf Anhieb, Retarderhebel wie gewohnt. Der einst wegweisende Fahrgastraum könnte bei Gelegenheit eine Auffrischung vertragen. 432 1 lastauto omnibus 3/2013 Fahrzeuge | Mercedes Travego Edition 1 [ 31 ]