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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

Familienangelegenheit Der Stadtbus nach Maß, MAN ist nahe dran. Den Lion’s City gibt es als Zwölfmeter-Solowagen sowohl mit liegendem Motor (D20) als auch mit stehender Maschine (D08). Der zwölf Meter lange Lion’s City Ü verfügt über ein liegendes Triebwerk. Als Kurzausführung gesellt sich mit stehendem Motor der 10,5 Meter lange Lion’s City M hinzu. Hinzu kommen Langvarianten, also die dreiach- sigen Solobusse Lion’s City C (13,68 Meter) und Lion’s City L (14,71 Meter). Gelenkbusse liefert MAN mit 17,98 Meter und als Lion’s City GL mit 18,75 Meter Länge. Sollte er gefragt sein, zieht MAN auch den 20,5 Meter großen GXL aus der Schublade. Dreiachser und Gelenkbusse fahren ausschließlich mit liegendem Motor vor. Eine Besonderheit spielen Low Entrys: Die zwölf Meter langen Ausführungen LE und LE Ü sind die einzigen Lion’s City mit 2,55 Meter Breite, alle anderen haben eine schmale Taille. Im Heck arbeitet der stehende D08. Auch Dreiachser und Gelenkbusse sind als Low Entry zu haben. Es handelt sich um unechte LE-Varianten: Nur der Boden ist im hinteren Bereich angehoben, darunter arbeitet der liegende D20 aus den Niederflurbussen. Neben dem aufwendigen Hybridbus verdient der Lion’s City mit Erdgasmotor Augenmerk: Mit 12,8 Liter Hubraum ist er in Leistungsstufen von 200 kW (272 PS) und 228 kW (310 PS) zu bekommen. Das maximale Drehmoment ist mit 1.050 und 1.250 für Solobusse angemessen, für Dreiachser und erst recht Gelenkbusse indes schmalbrüstig. Zu den positiven Überraschungen gehört der Fahrkomfort. MAN verwendet zwar vorn un- verdrossen eine Starrachse. Aber wenn Starrach- se, dann diese: Sie steckt Schlaglöcher für einen Niederflurbus verblüffend gut weg. Die Bremse agiert fein dosierbar, für Notfälle ist serienmäßig ESP an Bord. Dazu arbeitet die Lenkung präzi- se, wenn auch das Rückstellmoment fehlt. Erst überdimensionierte Spurrillen bringen Unruhe in den Vorderwagen und bei Geschwindigkei- ten oberhalb von 60 km/h geht die Genauigkeit verloren. Aber das ist nicht der bevorzugte Le- bensraum des Lion’s City, dann rauscht es auch kräftig durch die mäßig abgedichteten Außen- schwenktüren. Sie reagieren nicht schnell, jedoch sehr leise – klassische Technik hat Vorzüge. Das betrifft auch den funktionellen Fahr- gastraum, im Fall des Testwagens im besten Sin- ne routiniert verarbeitet.Attraktiv sehen die zahl- reichen Einzelleuchten aus, störend ist vorn links die unmotiviert mündende Haltestange. Der lie- gende Heckmotor führt zu einem unaufgeräum- ten Boden im Heck mit hohen Podesten. Aber MAN gelingt der Verzicht auf einen Turm. Nur die rückwärtigen Sitze über den Radkästen sind wenig attraktiv, speziell der Notsitz links außen hoch über der Abgasanlage. Vorteil der Bauwei- se des laufruhigen D20 und der niedrigen Dreh- zahlen ist ein niedriges Geräuschniveau, selbst bei voller Beschleunigung. Zu den Nachteilen des Lion’s City gehört die starkeAufheizung im Fond, der feurige Antrieb strahlt Wärme aus. Sicher, es ist bei allem Wohlwollen Zeit für einen Nachfolger, generell nähert sich das MAN-Pro- gramm einem modernen Antiquariat. Aber die Betonung liegt auf modern und Verkehrsbetriebe freuen sich ja über ausgereifte Technik und auf Langzeitbusse – dem Lion’s City ist dies zuzu- trauen. Je oller, je doller, die Einschätzung trifft auf diesen Senior zu. Der alte Löwe hat immer noch Biss und weiß sich temperamentvoll ge- gen seine jungen Rivalen zu wehren. ■ 1 Der Fahrgastraum des Lion’s City ist nach Stadtbusart sehr sachlich gehalten. 2 Hohe Podeste im geräumigen Heck, nicht jeder Sitzplatz optimal und es geht heiß zu. 3 Das gibt bei unruhiger Fahrt Kopfnüsse: die Haltestange endet links vorn unmotiviert. Auch die Kehrseite des Lion’s City ist kein Aufreger: schmuckloses Heck, Einzelleuchten. 3 21 lastauto omnibus 12/2013 [ 130 ] Fahrzeuge | MAN Lion´s City

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