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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

dete, sei ihm verziehen. Besser als umgekehrt. Mit Fahrgästen an Bord ist dies allerdings pein- lich. Sie fühlen sich in der Comfort-Class bes- tens aufgehoben. Einen hohen Anteil daran hat die Vorderachse: Mit neuen Lagern kennt sie kein Poltern, schluckt gröbste Schlaglöcher souverän. Und behält stets Bodenhaftung. Hinzu kommt eine straffe und präzise Lenkung. Ebenso souverän agiert die Kombination aus neuem Reihensechszylinder und vollautomatisiertem Powershift-Getrie- be. Der Diesel mit 10,7 Liter Hubraum, 315 kW (428 PS) Leistung und 2.100 Nm Drehmoment arbeitet durchzugsstark und reagiert, einmal in Schwung gekommen, flink aufs Gas. Allenfalls beim Antritt kann man ihm eine gewisse fahr- gastschonende Mattigkeit ankreiden. Der Motor mit Common-Rail-Einspritzung klingt markant, aber nie lästig – welch ein Kontrast zum harten Einspritzgeräusch des Vorgängers. Ein leichtes Dröhnen bei etwa 1.150 Touren unter Volllast könnte man ihm bei Gelegenheit abgewöhnen. Beeindruckend ist die Elastizität des Trieb- werks, es liefert früh viel Drehmoment und verträgt dank Zweimassen-Schwungrad lässig Drehzahlen unter 1.000 Touren. Sie kommen häufig vor, greifen Käufer zur langen Serien- achse. Mit ihr dreht der Motor bei Tempo 100 gerade mal 1.200 Touren, das ergibt einen niedri- gen Autobahnverbrauch und Ruhe an Bord. Die Schaltdrehzahlen des voll ausgeladenen Hoch- deckers bewegen sich in der Ebene zwischen et- wa 1.300 und 1.500 Touren. Bei häufigem Ein- satz auf Land- und Bundesstraßen muss man bei dieser Achse mit zwar einer gewissen Pen- delei zwischen Gang sieben und acht bei Tempo 80 rechnen – angesichts der schlagsahneweichen Schaltungen kein Problem. Stichwort Schaltung: Die Entwickler haben dem Getriebe das extre- me Halten von Gang drei beim Heranfahren an T-Stücke und Ampeln ausgetrieben – jetzt wählt die Technik rechtzeitig Stufe zwei, souverän und ganz ohne Ruck. Durchzugsstarker Motor und lange Achse, pri- ma Abstimmung und obendrein die ausgefeilte Aerodynamik – das führt beim neuen Setra zu einem herausragenden Verbrauch: Mit 25,4 Li- tern/100 km stempelte er trotz oder wegen Eu- ro-6-Antrieb einen neuen Spitzenwert für zwei- achsige Hochdecker in die Straße. 6,5 Prozent sparsamer als das zuletzt getestete Vorgänger- modell – Kompliment. Vor allem auf der Auto- bahn ist der Setra in seinem Element: Um die 20 Liter sind ein Traumwert für einen immerhin knapp 3,8 Meter aufragenden beladenen Zwei- achser Hochdecker. Der grüne Lack des Testwa- gens – er steht nicht nur für die Hoffnung, er steht auch für die grüne Welle mit einem ­extrem sparsamen und abgasarmen Reisebus. ■ Meinung Es war offensicht- lich: Die nun aus- laufende Comfort- Class 400 ist ein braver Reisebus, aber eben auch ein wenig steif und langweilig. Mit ihrer Anschaffung machen Käufer kaum etwas falsch – aber machen sie es richtig? Die Comfort- Class Jahre später ist konsequent anders: Neue Abgasstufe heißt bei Setra rundum neuer Reisebus. Ja, die neue Comfort-Class ist teurer. Aber sie ist auch leichter und sparsamer. Und in vielen weiteren Punkten einfach besser. Und emotionaler obendrein. Die Wettbewerber dürfen sich sehr warm an- ziehen. Übrigens auch der Mercedes Travego und die hauseigene Top-Class. Die Comfort- Class 500 zu übertreffen, das ist intern wie extern schwer wie nie zuvor. Randolf Unruh, Testredakteur 1 Viel Stehhöhe, hohe Gepäckablagen mit dezenten Halterungen, stoffbespannte Decke. 2 Geräumiger Fahrgastraum mit guter Sicht zur Seite dank schrägem Deckenluftkanal. 1 Der Gepäckraum ist jetzt einige Zentimeter höher und bietet viele praktische Zusatzfächer. 2 Asymmetrische Entlüftung hinten, seitlich abfallende und dann umlaufende Linie. 2 1 2 1 lastauto omnibus 7/2013 [ 72 ] Fahrzeuge | Setra Comfort-Class S 515 HD

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