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lastauto omnibus bus & coach SONDERAUSGABE

Ein Drittel davon gewinnen sie durch Rekupera­ tion beim Bremsen zurück, macht einen Gesamt- verbrauch von etwa 0,9 kW/h pro Kilometer. Wie die elektrische Ausrüstung der Busse, so stammt auch das Ladegerät vom französischen Konzern Cegelec, unter den Antriebselektrikern sowie im Anlagenbau nicht unbekannt. Nach sieben Stunden am 380-Volt-Anschluss sind die Akkus wieder geladen. Alternativ pumpt eine Schnellladung die Akkus mit bis zu 250 Ampere in einer Stunde wieder auf. SOR nennt ein Leergewicht von nur 9,8 Ton- nen für den kompakten Stadtbus, die Tschechen setzen auf Leichtbau, sind auch bei ihren wei- teren Bussen darauf stolz. Das Gesamtgewicht beläuft sich auf 15,7 Tonnen, das bedeutet eine Kapazität von rund 85 Passagieren. Sie kommen vorwiegend im Niederflurbereich zwischen den Achsen unter. Rein und raus geht es vorwiegend durch gleich zwei doppeltbreite Türen zwischen den Achsen. Die schmale Tür vorn hat deshalb nachgeordnete Bedeutung. Im Heck führen vor der Hypoidachse von Dana zwei Stufen hinauf zu einer Art Loge mit zwei Sitzreihen vor dem Antriebspaket als Abschluss des SOR. Aufgrund des überschaubaren Gewichts rollt der Bus auf 19,5-Zoll-Rädern, in Verkehrsbetrieben sind sie wegen der ungewöhnlichen Größe eher unbe- liebt. Zu den spannendsten Themen gehört bei Elektrofahrzeugen die Temperierung – sie kos- tet wertvolle Energie und somit auch Reichwei- te. SOR nutzt Abwärme der Batterien zur Be- heizung, ergänzt durch eine Standheizung Typ Eberspächer Hydronic, 24 kW stark und – mit Diesel betrieben. Den Fahrerplatz kühlt auf Wunsch eine Klimaanlage. Der Platz des Steuermanns ist von eher her- bem Charme. Die Positionierung der Schalter macht die Herkunft des Begriffs Armaturenbrett deutlich. Den Stand der Dinge melden zwei An- zeigen im Cockpit: Ein Amperemeter informiert über den Zu- oder Abfluss von Energie, ein gro- ßes Rundinstrument rechts neben dem Tacho über die Batteriekapazität – bei einem Elektro- bus das wichtigste Instrument. Für potenzielle Käufer interessant ist vor al- lem die Höhe des Preises. Er sorgt bei Elektro- bussen stets für eine gewisse Ernüchterung, so auch beim SOR: Man ist mit rund einer halben Million Euro dabei. Wohl wissend, dass nach et- wa halber Lebensdauer die teuren Batterien ge- wechselt werden müssen. Vermutlich gehört die Zukunft des Stadtbusantriebs tatsächlich dem Elektromotor. Aber die Gegenwart ist für Udo Riess und andere nicht ganz einfach. ■ Midea mit neuem Programm Udo Riess hat eine lange Omnibuslaufbahn hinter sich. Der einstige Neoplan-Vertriebler gründete vor knapp zehn Jahren den Midea-Omnibusvertrieb in Füssen. Er ließ sich mit der türkischen Mar- ke Temsa ein, hier mit einem wenig glücklichen Ende. Dann führten Wege nach Italien. Mit Barbi holte er Reisebusse einer feinen Marke über die Alpen, dazu Stadtbusse von Breda-Menarinibus. Barbi aber legte ein Erdbeben lahm, Breda- Menarinibus leidet unter wirtschaftlichen Tur- bulenzen. Jetzt hat Riess den Firmensitz nach Vöhringen bei Ulm verlagert, startet neu. Das tschechische Fabrikat SOR deckt die Stadtbus- se ab. Neuer Partner für Reisebusse ist die spa- nische Marke Irizar. Deren Verhältnis zu Partner Scania hat sich mittlerweile ganz erheblich ab- gekühlt. Riess setzt vor allem auf den selbsttragenden Hochdecker Irizar i6 der Basken. In dessen Heck arbeitet ein DAF-Motor – die passende Werkstatt liegt in Vöhringen gleich um die Ecke. Auch der Überlandbus Irizar i4 und der neue Low Entry Irizar i3 passen gut ins Midea-Programm. SOR – Stadtbus von nebenan Seit 20 Jahren existiert SOR als Busher- steller. Den Schwerpunkt bilden Stadt- und Überlandbusse schlichter Art. In Tschechien ist man, auch wegen eines Großauftrags aus Prag, vor Irisbus die Nummer eins. Rund 500 Omnibusse produziert die Marke im Jahr. Insgesamt bisher etwa 5.500 Fahrzeuge, sie rollen in zwölf Ländern, sowohl auf den Faröer-Inseln als auch in Sibirien, vor allem aber in einem breiten Streifen Mittelosteu- ropas vom Baltikum bis nach Serbien. Zwei Baureihen bilden das Zentrum: Die NB-Serie setzt sich aus Stadtbussen in Solo- und Ge- lenkbauweise in klassisch-strengem Design zusammen. Die NB-Busse sind mit Diesel- und Erdgasantrieb, als Obus und Hybrid zu bekommen. Eine markante schräge Front mit entsprechend schlanker Vordertür kenn- zeichnet die BN-Serie. Sie setzt sich aus Low Entrys von 8,5 bis 13,5 Meter Länge zusam- men.Typisch ist der Dachbuckel vor der Hin- terachse. Die Überlandbusse der Baureihen C (Hochboden) und CN (LE-Bauweise) sowie ein kleines Programm aus Hochboden-Rei- sebussen runden das Programm ab. Udo Riess, Impor- teur tschechischer SOR-Busse: „Die Zukunft gehört dem Elektroantrieb.“ Riess setzt auf batterie-elektrischen Antrieb. Die Antriebseinheit konzentriert sich auf das Heck, Batterien auf halber Höhe im Schrank. Die Batterien werden wahlweise mit 380 Volt oder per Schnellladung mit Strom gefüllt. lastauto omnibus 3/2013 Fahrzeuge | Elektrobus von SOR [ 39 ]

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