vor allem besser ausgestattete Haltestellen oder -punkte in den Städten und dauerhaft funktio nierende WLAN-Angebote im Bus. Viele Ver bindungen werden noch als „Testphase“ dekla riert, da nicht immer die Funktionstüchtigkeit von Routern und ähnlichen technischen Voraus setzungen gegeben ist. Bei allen Herstellern und Betreibern genießt dieses Thema Priorität. ADAC Postbus stellt mit seiner von der Luft hansa adaptierten Velimo-Multimediaplatt form das breiteste Angebot an Inhalten zur Verfügung. Ein solches Medienangebot ist für Flixbus dagegen „nur ein Zuckerl, aber nicht wettbewerbsentscheidend“. Die Mehrzahl der Kunden habe ihr Entertainmentprogramm be reits selbst auf Laptop oder Tablet dabei. Flix bus-Geschäftsführer André Schwämmlein: „Da wir auch bei Vollauslastung die entsprechende Schnelligkeit garantieren wollen, rüsten wir das Flixbus-Wifi derzeit auf LTE-Netzqualität auf.“ Ähnliches kann man vom Marktführer Mein Fernbus in Berlin hören. Die Hersteller und Fernbusanbieter sind hier zu meist auf Zulieferer angewiesen und integrieren deren Bauteile in die Fahrzeuge. Heinz Kiess, Fernbusexperte bei MAN, weist gleichzeitig darauf hin, dass lokale Server derzeit in den Bus sen nur verhalten eingesetzt werden. MAN be obachte die weitere Entwicklung aber genau und teste diverse Systeme. „Nicht um diese ab Werk anzubieten, sondern um die elektromagnetische Verträglichkeit zu prüfen“, erklärt Kiess. Einbau ten, die früher purer Luxus waren, wie 230-Volt- Steckdosen an den meisten Plätzen sind heute Selbstverständlichkeiten im Fernbus. Zwei andere Themen stehen bei der Kom fortausstattung jedoch häufig zur Diskussion: Snackautomaten und die gute alte Toilette. Erstere spielen derzeit noch kaum eine Rolle in den Fahrzeugen: „Bezüglich der sogenannten Küchen-Getränke-Lösungen ist die Nachfrage eher gering, da in einem doch preissensiblen Markt die Fahrgäste ihre Getränke oft selbst mitbringen“, argumentiert Frank Koschatzky von Scania. Und MAN verweist auf die hohen Investitionen für den Unternehmer. Oft findet sich daher noch das lose Snacksortiment mit „Vertrauenskasse“ beim Fahrer – wie in guten alten Zeiten. Völlig unterschätzt hatten die Beteiligten bisher wohl den Bedarf an Toiletten, da die meis ten Haltestellen nicht über genügend WCs ver fügen. Mit Hochdruck arbeiten alle Hersteller an belastbaren „Heavy-Duty“-Lösungen, etwa MAN. „WCs werden ganz wichtig, speziell die Wasser-/Abwasservorräte. Auch die Fäkalien behälter werden größer und die Absaugung durch Dienstleister kann ein neuer Trend wer den“, verrät Reisebusexperte Kiess. Welche Fahrzeugkonfigurationen sind für den Unternehmer die besten? Gibt es eigent lich den idealen Fernbus? Es zeichnen sich zumindest einige Trends ab. Da wäre zum einen der „Brot-und-Butter-Hochdecker“, wie ihn die Scania-Mannen nennen. 12- oder 13-Meter- Fahrzeuge, die mit einer Standardausstattung daherkommen und sehr kostenbewusst zusam mengestellt sind. In dieser Einsteiger-Liga spielen VDL Futura, Setra Comfort-Class und Neoplan Cityliner eine große Rolle. Die MAN-Experten sehen aber einen weiteren Trend aus dem Ausland nach Deutschland schwappen: „Bevorzugt werden darüber hinaus Dreiachsfahrzeuge mit einer ho hen Sitzplatzkapazität. Das wird umso wichti André Schwämm- lein, Geschäfts führer bei Flixbus: „Ein Entertainment-Angebot ist nur ein Zuckerl, aber nicht wettbewerbsentscheidend. Wichtig ist ein funktionierendes Wifi-Netz. LTE wird der Standard im Fernbus werden.“ 1 Die Bahn setzt auf Setra und intvestiert in Snack- und Getränkeautomaten an Bord. 2 Das Inklusionsgesetz erhebt Rollstuhlplätze zur Pflicht, ein teurer Lift kann die Folge sein. 3 Ab dem Jahr 2016 sind zwei Rollstuhlplätze vorgeschrieben. 4 Verkaufsautomaten gibt es häufig noch nicht – aus Kostengründen. 432 1 lastauto omnibus bus & coach 2014 [ 8 ] märkte | Trends im Fernlinienverkehr